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Fantasy Genres


Wenn vom Fantay Genre die Rede ist, denkst du wahrscheinlich zuerst an fanstische Welten mit zahlreichen Völkern und viel Magie. Dort begibt sich der auserwählte Held auf die Reise, um das Böse zu besiegen. Natürlich gibt es zahlreiche Geschichten, die genau diesen Verlauf haben, doch Fantasy ist nicht gleich Fantasy. Das Spektrum ist breit gefasst. Damit du einen Überblick bekommst, stelle ich dir die wichtigsten Subgenres vor und nenne dir ein paar Beispiele.

High Fantasy

 High Fantasy gibt es seit den 1950er Jahren. J.R.R. Tolkien – der Autor von „Herr der Ringe“ – hat dieses Genre sehr geprägt und wird oft als der Begründer des Fantasy-Genres bezeichnet. Die Handlung spielt typischerweise in einer anderen Welt, die meistens an eine idealisierte Version des europäischen Mittelalters erinnert. Magie und magische Völker spielen eine zentrale Rolle und in der Regel gibt es einen Helden, der dazu bestimmt ist, die Welt vor dem Bösen zu retten – die typische Heldenreise.

Wenn du planst einen High Fantasy Roman zu schreiben, seid ihr aber keinesfalls verpflichtet, genau diesem Schema zu folgen. Versucht nicht, J.R.R. Tolkien zu kopieren. Lass deine Handlung beispielsweise in einer Welt spielen, die an die Kultur indigener Völker in Mittelamerika angelehnt ist. Statt Orks, Zwergen und Elben kannst du neue Völker mit anderen Eigenschaften entstehen lassen. Lass deiner Kreativität freien Lauf und interpretiere das Genre neu.

Beispiele für das High Fantasy Genre:

  • Herr der Ringe (J.R.R. Tolkien)
  • Eragon (Christopher Paolini)
  • Die Elfen (Bernhard Hennen)

Low Fantasy

Dieses Genre wird auch oft als Sword&Sorcery oder Pulp Fantasy bezeichnet. Die Ursprünge liegen in den 1920ern und 1930er Jahren. Die Handlung spielt ebenso wie im High Fantasy Genre in einer fiktiven Welt, jedoch spielt diese nur eine untergeordnete Rolle. Sie muss nicht gerettet werden. Im Mittelpunkt steht in der Regel ein Protagonist, der sich einer Bedrohung stellen muss. Die Welt zu retten ist nicht seine Aufgabe, stattdessen ist er auf sich selbst fokussiert. In diesem Genre gibt es sehr viel Action und die Charaktere sind unbedingt die schillernden Helden mit der weißen Weste, sondern beispielsweise Söldner, Diebe oder Piraten. Zudem ist die Erzählung viel einfacher gehalten als beim High Fantasy Genre.

Beispiele für das Low Fantasy Genre:

  • Conan (Robert E. Howard)
  • Cthulhu Mythos (H.P. Lovecraft)
  • Elric von Melinboné (Michael Moorcock)

Urban Fantasy

In den 80er Jahren entstand ein neues Genre: Urban Fantasy. Die Handlung spielt hier in der Regel in einer alternativen Realität – unsere Welt, gespickt mit magischen Elementen. Dabei kann die magische Welt umittelbar mit der realen Welt verwoben sein – wie es beispielsweise bei „Bartimäus“ der Fall ist – oder im Geheimen Co-existieren, wie etwa bei „die Chroniken der Unterwelt“.  Urban Fantasy heißt so, weil es sich bei den Schauplätzen meistens um große Städte wie New York oder London handelt. Das muss aber nicht sein. Dein Roman kann genauso gut in der Einsamkeit von Hinterdorfingen spielen.

Urban Fantasy wird oft zusammen mit Contemporary Fantasy genannt. Die beiden Genres sind nicht klar voneinander zu trennen. Bei letzterem gelangt der Protagonist oft durch ein Portal in eine magische Welt. Diese muss aber nicht unbedingt fiktiv sein. Ein gutes Beispiel dafür ist „Harry Potter“. Zwar muss Harry, um zum Hogwarts-Express zu gelangen durch eine magische Pforte gehen, aber die Zauberschule befindet sich nicht in irgendeinem Fantasyreich, sondern in Schottland. In die „Chroniken von Narnia“ dagegen gelangen die Protagonisten ganz klar in die fiktive Welt von Narnia.

Beispiele für das Urban/Contemporary Fantasy Genre:

  • Harry Potter (J.K. Rowling)
  • Bartimäus (Jonathan Stroud)
  • Die Chroniken der Unterwelt (Cassandra Clare)
  • Die Chroniken von Narnia (C. S. Lewis)
  • Percy Jackson (Rick Riordan)

Animal Fantasy

In diesem Genre sind Tiere die Protagonisten. Diese können miteinander kommunizieren wie Menschen. Meistens handelt es sich um normale Tiere, seltener Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Der Handlungsverlauf kann beliebig sein. Wenn du dieses Genre wählst, dann ist es wichtig, dass du nicht vergisst, aus welcher Perspektive du schreibst. Einer Katze wird kein Schweiß über den Rücken laufen, der schräuben sich eher die Fellhaare.

Beispiele für das Animal Fantasy Genre:

  • Warrior Cats (Erin Hunter)
  • Silberflügel (Kenneth Opel)

Science Fantasy

Dieses Genre ist eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Oft spielt die Handlung in einer futuristischen Welt, in der neue Technologie eingesetzt wird. Jedoch spielt auch Magie eine Rolle. Das beste Beispiel ist meiner Meinung nach die Filmreihe „Star Wars“. Es gibt zahlreiche Science Fiction Elemente, die Technologie ist sehr fortgeschritten und dennoch spielt das Fantastische eine nicht geringere Rolle (die Macht) . Auch die Gesellschaft in Star Wars erinnert eher an mittelalterliche Gesellschaftsformen.

Beispiele für das Science Fantasy Genre:

  • His Dark Materials (Philip Pullman)
  • Die Seltsamen (Stefan Bachmann)
  • Höhlenweltsaga (Harald Evers)

Dark Fantasy

In diesem Genre treffen Horror und Fantasy aufeinander. Statt mit Elfen, Feen und Zwergen auf eine gemeinsame Quest zu gehen, muss der Protagonist sich mit Dämonen, Vampiren und Geistern auseinandersetzen. Oft wird Magie mit etwas Bösem gleichgesetzt, einer schaurigen Macht, die es zu bezwingen gilt. Und für jene, die eine magische Gabe besitzen, ist dieser eher ein Fluch als ein Segen. Der bekannteste Vertreter von Dark Fantasy ist ohne Zweifel Stephen King. Dunkle Leidenschaften, Tod, Unsterblichkeit und Wahnsinn. Es kann sogar sein, dass Romanik eine Rolle spielt. Wer kennt nicht die Romane, in denen sich ein Mädchen unsterblich in einen Vampir verliebt? Ich persönlich würde das allerdings einem anderen Fantasy-Genre zuordnen.

Beispiele für das Dark Fantasy Genre:

  • Der dunkle Turm (Stephen King)
  • Die Chroniken der Unterwelt (Cassandra Clare)
  • Shining (Stephen King)
  • Die Chronik der Unsterblichen (Wolfgang Hohlbein)
  • Das Erbe der Dschinn (meine eigene Reihe :))

Romantasy

Love is in the air. Hier dreht sich alles um die Liebe in einem fantastischen Setting. Das Mädchen verliebt sich in einen Dämon, Vampir oder Werwolf, der versucht, seine dunkle Seite vor ihr zu verbergen. Eigentlich ist ihre Liebe verboten und trotzdem sind sie aus irgendeinem magischen Grund für immer aneinandergebunden. Vor ein paar Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. In manchen Büchern spielt auch Sex eine große Rolle, das muss aber nicht der Fall sein. Twilight finde ich zum Beispiel alles andere als erotisch. 

Ich persönlich bin kein besonders großer Fan dieses Genres, was allerdings daran liegt, dass viele Romane einem ähnlichen Konzept folgen und es auf Dauer langweilig werden kann, wenn sich alles immer nur um die Liebe dreht. Versteh mich nicht falsch, ich mag es, wenn es in einem Roman eine romantische Storyline gibt. Ich fand den ersten Teil von Twilight gar nicht mal so schlecht, allerdings ist ab Teil zwei bereits die Luft raus.

Beispiele für das Romantic Fantasy Genre:

  • Biss(s) – Reihe (Stephanie Mayer)
  • Sixteen Moons (Kami Garcia)
  • House of Night (P. C. Cast & Kristin Cast)

Zeitreisen

Wie der Name schon sagt, dreht es sich hier in der Regel um Zeitreisen. Der Protagonist hat in der Regel die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen und hat die Aufgabe, irgendetwas gerade zu biegen. Ich mag Zeitreiseromane, allerdings sind sie sehr schwierig zu schreiben. Logikfehler sind oft vorprogrammiert. Du kennst bestimmt das Großvaterparadoxon: Wenn ein Zeitreisender in der zurückreist und seinen Großvater tötet bevor er dessen Großmutter getroffen hat, dann löscht er dadurch seine eigene Existenz aus, wodurch er allerdings die Tat nicht begehen kann.

Das soll kein Hindernis sein, allerdings musst du dich darauf einstellen, dass dieses Genre sehr komplex sein kann. Logikfehler sind meiner Meinung nach vorprogrammiert, aber du kannst sie minimieren, sodass es den Leser nicht stört. Theoretisch kann man immer sagen, dass nichts eine Rolle spielt, da man die Zeit zurückdrehen kann, aber da muss man schon sehr kritisch herangehen.

Beispiele für das Zeitreise Genre:

  • Die Edelstein-Triologie (Kerstin Gier)
  • Die Frau des Zeitreisenden (Audrey Niffenegger)
  • Outlander – Feuer und Stein (Diana Gabaldon)
  • Der Anschlag (Stephen King)

Pseudohistorische Fantasy

Romane im Pseudohistorischen Fantasy Genre sind oft sehr gut recherchiert und basieren auf realen Ereignissen in der Vergangenheit. Ähnlich wie bei der Urban/Contamporary Fantasy ist die Realität allerdings mit fantastischen Elementen verwoben. Die Leute in diesen Zeitepochen glaubten sehr oft an Sagen und Mythen. Diese werden in diesem Genre gerne miteinbezogen.

Beispiele für das pseudohistorische Fantasy Genre:

  • Dr. – Faustus Triologie (Kay Meyer)
  • Avalon-Reihe (Marion Zimmer)
  • Schwarze Nebel (Michael Krichton)

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